Jugendsozialarbeit an der 1. Gemeinschaftsschule Neukölln
Mit dem Programm „Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen“ sollen vor allem benachteiligte Schülerinnen und Schüler bei der Bewältigung schulischer Anforderungen unterstützt werden. Ziele sind, die Lernmotivation zu fördern und das Selbstbewusstsein zu stärken, der Abbau von Schuldistanz und die Stärkung der Erziehungsverantwortung der Eltern sowie die Öffnung der Schulen in den Sozialraum. Kern des Programms ist das „Tandem-Prinzip“ in allen Bereichen: eine intensive und systematische Kooperation von Schule und Jugendhilfe im Sinne einer gemeinsamen Verantwortung für die Entwicklung und den Schulerfolg der Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen dieses durch den Europäischen Sozialfonds mitfinanzierten Programms erhalten Schulen eine Sozialarbeits-Stelle zur Unterstützung. Diese arbeitet mit einem Lehrerteam auf der Basis konkreter Kooperationsvereinbarungen zusammen.
Vordringlichstes Ziel ist es, mehr Jugendlichen als bisher eine berufliche Perspektive zu verschaffen, indem sie einen qualifizierten Abschluss erlangen und bei der beruflichen Orientierung Unterstützung finden.
Die Schulsozialarbeiter entwickeln z.B. in Kooperation mit der Berufsberatung, der Arbeitagentur, den Lehrkräften und verschiedenen Bildungsträgern individuelle Perspektivpläne für Schüler im Übergang in das Berufsleben oder suchen zusätzliche Hospitations- und Praktikumsplätze bei Betrieben und Unternehmen, die den Jugendlichen praktische Erfahrungen in einer außerschulischen Beschäftigungswelt ermöglichen. Indem sie die Schüler im Umgang mit ihren Mitmenschen sensibilisieren, gegenseitigen Respekt, Gewaltverzicht und einen konstruktiven Umgang mit Konflikten fördern, tragen sie wesentlich dazu bei, die Lernbereitschaft aufrechtzuerhalten und erhöhen so die Chancen zur Erlangung eines Abschlusses.
Seit März 2006 engagiert sich Jugendwohnen im Kiez im Rahmen des Programms "Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen" an der 1. Gemeinschaftsschule (damals Rütli-Schule) in Neukölln. Diese Schule besuchen Schüler unterschiedlichster Herkunft, die kulturelle Vielfalt stellt besondere Anforderungen an die Zusammenarbeit mit Schülern, Eltern und Lehrern. Deshalb beschäftigt Jugendwohnen auch einen Sozialarbeiter mit arabischem Migrationshintergrund und entsprechenden Sprachkenntnissen, der aufgrund seiner eigenen interkulturellen Kompetenz in besonderem Maße geeignet ist, die unterschiedlichsten Interessenlagen zu vermitteln, Eltern mit Migrationshintergrund zur Zusammenarbeit zu bewegen oder bei Migrantenbetrieben um Ausbildungsplätze zu werben.
Im Rahmen des Programms „Jugendsozialarbeit an Schulen“ erfolgt eine berufsbegleitende Weiterbildung, deren Besonderheit darin liegt, dass Sozialarbeiter und Lehrer diese gemeinsam besuchen und so eine partnerschaftliche Zusammenarbeit lernend praktizieren.


