Stellungnahmen zur Berichterstattung des "Tagesspiegel" über unterstellten Missbrauch von Hilfen zur Erziehung durch freie Träger der Jugendhilfe
Im Berliner "Tagesspiegel" vom 20.08.2011 (online am 22.8.) wurden in einem Artikel Erfahrungen mit einem freien Jugendhilfeträger in einer Weise wiedergegeben, die den Eindruck vermitteln könnte, dass freie Träger generell und bewusst eine vermeintliche Ohnmacht der öffentlichen Träger (Jugendämter) dazu ausnutzen, ineffizient zu arbeiten und das System der Hilfen zur Erziehung auf verantwortungslose Weise zur eigenen Bereicherung zu missbrauchen. Bekräftigt wurde diese Behauptung in einem Interview mit dem Neuköllner Bürgermeister, Heinz Buschkowsky. Am 23.8.11 wurde das Thema mit ähnlichem Fokus und kritischen Äußerungen von politischer Seite weiter vertieft.
- "Hilflose Helfer – Wenn Politik den Missstand verwaltet", Artikel des Tsp. vom 22.8.11
- "Die Träger bewilligen sich das Geld selbst", Interview mit Heinz Buschkowsky im Tsp. vom 22.8.11
- "Hilfe zur Selbstbedienung", Artikel des Tsp. vom 23.8.11
Zu dieser Form der Berichterstattung bezieht der Geschäftsführer des Berliner LV des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Oswald Menninger, in einem offenen Brief an den Tagesspiegel Stellung.
- "Offener Brief an den Tagesspiegel", Stellungnahme von Oswald Menninger vom 23.8.11
Die Bezirksstadträtin für Jugend, Familie und Schule von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, widerspricht der Darstellung von unkontrolliert steigenden Kosten und mahnt eine ernsthafte Analyse an.
- "S t o p p ! Haltet inne und lasst nicht wieder die übliche Maschinerie ablaufen! ...", Pressemitteilung von Monika Hermann vom 23.8.11
In der folgenden Ausgabe gibt der "Tagesspiegel" die Haltung von zwei VertreterInnen der freien Träger wieder.
- "Wir verschwenden kein Geld", Artikel des Tsp. vom 24.8.11
Alfred Bröckel, der Geschäftsführer des im betreffenden Artikel nicht namentlich genannten Trägers Geburt und Familie e.V., bezieht zu den Behauptungen Stellung.
- "Stellungnahme zum Artikel im Tagesspiegel von Frau Barbara Schönherr" von Alfred Bröckel vom 24.8.11
Der Geschäftsführer von FAB e.V., Detlef Schade, distanziert sich von Stil und Inhalt der Berichterstattung - mit einem interessanten Schlussabsatz...
- "Artikel „Familien-Hilfe“ von Barbara Schönherr am 20. 8.", Leserbrief von Detlef Schade vom 24.8.11
In der "Berliner Morgenpost" beschreibt eine Familienhelferin ihr Arbeitsfeld nüchtern mit einem anderen Fokus. Weiterhin kurze Anfragen zum Thema an Vertreter der fünf Fraktionen im Abgeordnetenhaus.
- "Teure Hilfen für Familien", Artikel der Berliner Morgenpost vom 26.8.11
- je drei Fragen an: Margrit Barth (Linke) - Sebastian Czaja (FDP) -
Emine Demirbüken-Wegner (CDU) - Elfi Jantzen (Grüne) - Ülker Radziwill (SPD)
Der Berliner LV des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes weist auf einen Städtevergleich der Kosten für Hilfen zur Erziehung hin.
- "Berliner Hilfen zur Erziehung billiger als in anderen Großstädten", Pressemitteilung des Berliner Paritätischen vom 28.8.11
Gunter Fleischmann, Geschäftsführer von Jugendwohnen im Kiez, bringt seinen Unmut über die wiederholt unseriöse Berichterstattung in einem Offenen Brief an den Tagesspiegel zum Ausdruck.
- "Offener Brief zur Berichterstattung über Familienhilfen in Berlin", Stellungnahme von Gunter Fleischmann vom 29.8.11
Mitarbeiter des Gemeinwesenvereins Heerstraße Nord e.V. benennen ihre Sicht der üblichen Arbeitsweisen und der veränderten Rahmenbedingungen in Berlin.
- "Richtigstellung in Bezug auf den Artikel im Tagesspielgel vom 20.08.2011" von MitarbeiterInnen des Gemeinwesenvereins Heerstraße Nord
Ein Darmstädter Sozialrichter bezeichnet die unqualifizierte Argumentation als Husarenstück.
- "Husarenstück", Leserbrief von Dr. Jürgen Borchert im Tsp. vom 3.9.11
Der Betriebsrat von Jugendwohnen im Kiez ermuntert seine KollegInnen, weiterhin den Wert der eigenen Arbeit anzuerkennen und selbstbewusst zu vertreten.
- "Sozialarbeit ist keine Jugendsünde", Brief des Betriebsrates an die Belegschaft vom 13.9.11
Die Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Berlin plädiert für eine sachliche Analyse und entsprechende Schlussfolgerungen.
- "Für einen seriösen Umgang mit den Hilfen zur Erziehung (HzE)", Positionspapier der Liga vom Nov. 11

