Soziale Gruppenarbeit
Soziale Gruppenarbeit ist ein sozialräumlich orientiertes, primär auf das Kind oder den Jugendlichen ausgerichtetes Angebot, bezieht aber auch die Eltern und das soziale Umfeld mit ein. Dieses Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, bei denen Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen deutlich werden und gleichzeitig an die gesamte Familie als Unterstützung und Ergänzung zur Erziehung.
Ein Bedarf besteht aus unsere Sicht beispielsweise bei Kindern und Jugendlichen, die aufgrund von sozialen, emotionalen und materiellen Mangelsituationen Verhaltensweisen entwickelt haben, aus denen Konflikte mit ihrer Umwelt resultieren. Diese äußern sich einerseits oft in Auseinandersetzungen mit Gleichaltrigen, in deren Verlauf es zu Drohungen und körperlichen Übergriffen gegen andere kommen kann. Hinzu kommt meist die mangelnde Akzeptanz gegenüber dem Anderssein: Krankheiten, Behinderungen oder eine andere kulturelle Identitäten werden als Stigma wahrgenommen. Andererseits reagieren viele Kinder und Jugendliche, insbesondere Mädchen, auf diese Mangelsituationen auch mit Rückzug und sozialer Isolation.
Zusammenfassend kann die Soziale Gruppenarbeit bei folgenden Verhaltensauffälligkeiten angezeigt sein:
- geringe soziale Kontakte/soziale Isolation
- aggressives Verhalten
- gewalttätige Verhaltensweisen
- delinquente Verhaltensweisen
- Schulschwierigkeiten/Schulverweigerung
- Lern- und Konzentrationsstörungen
- Gebrauch von Suchtmitteln
- Schwierigkeiten bei der geschlechtsspezifischen Rollenfindung
Aufgaben, Methoden und Leistungen
Das soziale Lernen in der Gruppe soll den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ihre sozialen Handlungskompetenzen zu verbessern und ihre emotionalen und kognitiven Fähigkeiten zu erweitern. Dies ist nur in einer kleinen Gruppe mit klaren Strukturen umzusetzen.
Die Teilnehmerzahl beträgt in der Regel 8 Personen und trifft sich regelmäßig 1 oder 2-mal wöchentlich über einen längeren Zeitraum. Die Gruppe wird von zwei Fachkräften geleitet, die die vielfältigen gruppendynamischen Prozesse steuern. Die Fachkräfte arbeiten darüber hinaus mit einzelnen Kindern und deren Eltern und sozialem Umfeld.

