Geschichte des Trägerverbundes
1978
Im (West-)Berliner Arbeitskreis Betreutes Jugendwohnen entwickeln mehrere in Jugendwohngemeinschaften Beschäftigte die Idee, einen Träger für die eigene Arbeit aufzubauen.

1979
Jugendwohnen im Kiez e.V. entsteht. Erstes Arbeitsfeld sind zwei Jugendwohngemeinschaften, die die Gründer aus ihrer bisherigen Arbeit "mitbringen".
1981
Als erster Träger in Berlin und bundesweit startet Jugendwohnen im Kiez ein besonderes Wohn- und Betreuungsangebot für Mädchen aus der Türkei, die sich in einer familiären Notlage befinden.
1982
Jugendwohnen im Kiez übernimmt von Wohnungsbaugesellschaften vier kleine Hinterhäuser in Kreuzberg, modernisiert diese gemeinsam mit Jugendlichen und übergibt diesen dann die Gebäude zum Wohnen.
1984
Im Rahmen des Berliner Selbsthilfebauprogramms wird ein von Punks besetztes Wohnhaus mit zwei Quergebäuden in der Görlitzer Straße in Kreuzberg instandgesetzt und modernisiert. Erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik wird bei diesem Projekt der Einsatz von Sozialhilfemaßnahmen für ein Modell "Hilfe zur Arbeit" erprobt. Die Punks erhalten darüber während des Bauprozesses Beschäftigung und Qualifizierung und nach Abschluss der Arbeiten günstige Mietverträge in den Häusern.
1988
In Moabit wird mit einem Projekt die Arbeit im Angebotsbereich Betreutes Einzelwohnen aufgenommen. Acht Jugendliche werden in Einzimmerwohnungen untergebracht und betreut und können eine Ladenwohnung in unmittelbarer Umgebung als Anlaufstelle und Treffpunkt nutzen.
1988
Für die Beschäftigung und Qualifizierung von jungen Sozialhilfeempfängern gründet Jugendwohnen im Kiez die Tochtergesellschaft Schildkröte. Sie ist eine der ersten gemeinnützigen GmbHs in Berlin. Im Februar 1989 starten 15 Teilnehmer und bieten in Kreuzberg Mittagessen in einem Restaurant für einkommensschwache Bewohner aus der Umgebung und gesunde Kost für Kindereinrichtungen.
1990
Jugendwohnen im Kiez engagiert sich im Ostteil von Berlin bei der Beratung von Kollegen aus dem Jugendhilfebereich und hilft mit, den Träger Neues Wohnen im Kiez e.V. ins Leben zu rufen.
Um für Jugendliche, die aus der Jugendhilfe ausscheiden, bezahlbaren Wohnraum akquirieren zu können, gründet Jugendwohnen im Kiez die Tochtergesellschaft Neuraum GmbH.
1991
Jugendwohnen im Kiez beteiligt sich am Umbau der Jugendhilfe in Brandenburg. Die neu gegründete WIBB GmbH übernimmt einen ehemaligen Jugendwerkhof in Hennickendorf (heute: Landkreis Märkisch-Oderland) und beginnt die Einrichtung in einen modernen Jugendhilfeverbund mit Sitz in Rüdersdorf umzugestalten.
1994
Für das Modellprojekt Integriertes Jugendwohnen (im Rahmen des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus des Bundesbauministeriums) entsteht die WIBO GmbH als sozialer Bauträger. Innerhalb einer kleinen Siedlung mit 54 Wohnungen werden 4 Jugendwohngemeinschaftsetagen und 10 Einzelwohnungen für junge Erwachsene realisiert.
Die WIBB GmbH initiiert das Projekt Schule des Lebens, das für 12 Schulverweigerer über Projektunterricht und Freizeitpädagogik das Nachholen des Hauptschulabschlusses ermöglicht.
Zum Ende des Jahres startet Jugendwohnen im Kiez den Angebotsbereich Ambulante Hilfen mit dem Projekt Flexible Betreuung. Dieses Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die »durch alle Raster gefallen sind« und die bezogen auf ihre Problemlagen eine intensive individuelle Unterstützung erhalten. In den Folgejahren wird an den regionalen Standorten ein breites Spektrum von ambulanten Hilfen zur Erziehung (§§ 18.3, 29, 30, 31, 35 SGB VIII, §§ 53/54 SGB XII) entwickelt.
1996
Jugendwohnen im Kiez richtet den Angebotsbereich Tagesgruppen ein und beginnt mit einem ersten Projekt in Tiergarten (Pohlstraße).
1997
Start des Angebotsbereiches GEMINI gemeinsam mit dem Kooperationspartner neuhland mit Wohn- und Betreuungsprojekten für Jugendliche und junge Erwachsene mit schwerwiegenden psychischen Problemen.
1998
Jugendwohnen im Kiez bündelt die Berliner Angebote der Kinder- und Jugendhilfe in der Tochtergesellschaft Jugendwohnen im Kiez - Jugendhilfe gGmbH.
1999
Eröffnung der ersten drei BigSteps–Servicestationen in Kooperation mit großen Berliner Wohnungsbaugesellschaften. BigSteps engagiert sich in schwierigen Quartieren mit Gebietsrundgängen, zusätzlicher Reinigung, Graffittibeseitigung und Nachbarschaftsaktivitäten. Dabei werden Arbeitslose aus den Wohngebieten beschäftigt und qualifiziert. Nach Veränderungen der Rahmenbedingungen in der Arbeitsmarkförderung wird der Angebotsbereich 2007 eingestellt.
2000
Neuraum richtet sich mit der Entwicklung des Modellprojektes Concierge in Quartieren des sozialen Wohnungsbaus neu aus und bietet Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Arbeitslose.
Nach einem Interessenbekundungsverfahren des Jugendamtes Spandau erhält Jugendwohnen im Kiez im Januar mit 7 anderen Trägern den Zuschlag für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Ambulanten Hilfen zur Erziehung. Die Jugendhilfestation des Trägers befindet sich seither in der Wilhelmstadt
2001
Die Vereine Jugendwohnen im Kiez e.V. und ajb e.V. bündeln Ihre Kompetenzen in der gemeinsamen Gesellschaft ajus - Dachgesellschaft für Arbeit, Jugend und Soziales und bringen insgesamt fünf Tochtergesellschaften in den Trägerverbund ein.
2003
Jugendwohnen im Kiez wird nach einem Interessenbekundungsverfahren des Jugendamtes Kreuzberg im Rahmen eines Trägerverbundes mit der Durchführung von Ambulanten Hilfen in der Region Kreuzberg Nord beauftragt.
Durch das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg erfolgt ebenfalls ein Zuschlag für die Durchführung von Ambulanten und Stationären Hilfen im Ortsteil Schöneberg, die Jugendhilfestation Schöneberg-Mitte entsteht.
2004
Im Januar erhält Jugendwohnen im Kiez nach einem Interessenbekundungsverfahren des Jugendamtes Neukölln den Zuschlag als einer der Schwerpunktträger für die Ambulanten Jugendhilfen in der Region Neukölln Nordost tätig zu werden.
Jugendwohnen im Kiez wird Träger eines Quartiersmanagements (am Mariannenplatz in Kreuzberg).
2005
Im März startet das erste interkulturelle Familienzentrum am Mariannenplatz in Kreuzberg als Bildungs-, Beratungs- und Begegnungseinrichtung für Kinder, Eltern, Familien, Großeltern und MultiplikatorInnen der Familienarbeit.
Jugendwohnen im Kiez wird beauftragt, als Kooperationspartner der Lynar-Grundschule in Spandau die Trägerschaft des Offenen Ganztagsbetriebes mit Verlässlicher Halbtagsgrundschule und der Ergänzenden Betreuung zu übernehmen.
2006
Seit März (noch vor der Veröffentlichung des „Rütli-Briefes“) ist Jugendwohnen im Kiez mit dem Projekt Interkulturelle Moderation an Schulen in Neukölln Nordost (Franz-Schubert-Grundschule, Rütli-Schule, Heinrich-Heine-Realschule) tätig. Muttersprachlich türkische und arabische SozialpädagogInnen unterstützen den Dialog zwischen Schule und Eltern, wecken das Interesse der Eltern für den Bildungsweg ihrer Kinder und das Geschehen an der Schule und vernetzen die Institution mit Initiativen und Projekten aus dem Stadtteil.
Der Träger beteiligt sich mit einem Mitarbeiter an der Rütli-Schule an dem Programm Sozialarbeiter an Hauptschulen.
Als weiteres Kooperationsprojekt zwischen Schule und Jugendhilfe wird im November das Schulverweigererprojekt Die 2. Chance an der Rütli-Schule eingerichtet (Modellprogramm des Bundesjugendministeriums).
Seit Schuljahresbeginn 2006 arbeitet Jugendwohnen im Kiez mit 5 Plätzen einer Tagesgruppe unmittelbar an der Schöneberger Spreewaldgrundschule. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Lehrern gelingt es, „auffällige“ Schüler in einem sehr frühen Stadium zu stabilisieren und sie mit sozialpädagogischer Unterstützung in ihrer Klasse und ihrer Familie zu halten.
Jugendwohnen im Kiez übernimmt im September die Trägerschaft der Inobhutnahme und familienaktivierenden Gruppe Famino in Friedenau als Teil eines regionalisierten und vernetzten Unterbringungskonzeptes des Jugendamtes Tempelhof-Schöneberg mit den Kooperationspartnern JaKuS und Independent Living.
2007
Jugendwohnen im Kiez übernimmt nach einem Interessenbekundungsverfahren innewohnende Angebote (Erziehungswohngruppen, Erziehungsstellen, familienaktivierende Gruppe) sowie das sozialtherapeutische Lernprojekt Courage aus dem Kreuzberger und Friedenauer Bestand des Jugendaufbauwerkes Berlin (JAW) und gliedert diese erfolgreich in den Trägerverbund ein.
2008
Jugendwohnen im Kiez erhält den Auftrag, den Lokalen Bildungsverbund Reuterkiez (Neukölln Nordost) als Zusammenschluss aller Bildungseinrichtungen und Projekte im Quartier zu koordinieren.
Die erste Schulstation von Jugendwohnen im Kiez wird ab August an der Neuköllner Franz-Schubert-Schule eingerichtet.
In Schöneberg Nord wird der Träger mit dem Aufbau und der Moderation eines Bildungsnetzwerkes beauftragt mit dem Schwerpunkt Übergang Kita-Grundschule, Sprachförderung und Elternaktivierung.
2009
Unter dem Titel „Alternativen zum Krippenausbau denken“ fördert die Stiftung Deutsche Jugendmarke bei Jugendwohnen im Kiez ein Modellprojekt zur Entwicklung niedrigschwelliger Angebote für Familien mit Kindern unter 3 Jahren. Es wird umgesetzt in den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Jugendwohnen im Kiez erhält den Zuschlag zur Besetzung von Stellen aus dem Programm Sozialarbeiter an Grundschulen für drei Schulen (Neukölln, Spandau).
Das Quartiersmanagement Schöneberger Norden beauftragt Jugendwohnen im Kiez mit dem Projekt "Hauptsache Schule" zur Lernförderung von Schülern beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I.

